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Dr. Dirk SchindelbeckReißbrettträume, Zukunftsspiele
Prachtvoll sollte sie sein, majestätisch, monumental, Stein gewordener Rausch aus Glanz und Macht. Wie sich Berlin hingegen darbot, gefiel dem Führer nicht: gemessen an „richtigen“ Metropolen wie London oder Paris ein Haufen von fünfzig Dörfern. Mindestens 120 Meter breit sollte denn auch die Magistrale der künftigen Hauptstadt werden, wenigstens 20 Meter breiter und zweieinhalb mal länger als der Champs Élysées. Bekanntlich wusste Albert Speer, des Diktators „Hofbaumeister“, solchen Großmachtphantasien kongenial zu entsprechen – mit Skizzen und Plänen und immer wieder mit Modellen und Dioramen: „Besonders begeisterte Hitler ein großes Gesamtmodell, das die geplante Prachtstraße im Maßstab 1:1000 zeigte. Es war in Einzelteile zerlegbar, die auf Rolltischen herausgezogen werden konnten. An beliebigen Punkten trat Hitler so ‚in seine Straße’, um die spätere Wirkung zu prüfen: beispielsweise nahm er die Perspektive des Reisenden ein, der am Südbahnhof ankam. Er kniete dazu fast nieder, das Auge einige Millimeter über dem Niveau der Modellstraße, um den richtigen Eindruck zu gewinnen. Nie sonst habe ich ihn so lebhaft, so spontan, so gelöst erlebt wie in diesen Stunden.“
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